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Maxis Silvesterfeier

Dieses Jahr darf Maxi zum ersten Mal Silvester feiern und bis Mitternacht aufbleiben. Wie ein Schneekönig freut er sich darauf!
„Juchhu!“, ruft er und tobt im Zimmer herum.
Seine Schwester Maja aber lacht. „Du pennst ja doch vorher ein, wetten?“
Maxi ist empört. Warum sind große Schwestern immer so gemein?
„Die Wette werde ich gewinnen!“, tönt er. „Wirst dich wundern!“
Zuerst aber machen Mama, Papa, Maja und Maxi einen Waldspaziergang.
Papa schnuppert. „Es riecht nach Schnee“, sagt er. „Sollen wir uns auf Schneesuche machen?“
„Au ja“, rufen Maja und Maxi.
„Dann müssen wir aber hinauf auf den Hohlberg!“, warnt Papa. „Das ist ein weiter Weg, aber vielleicht finden wir da oben ein bisschen Schnee.“
Schnee? Toll! Den ganzen Winter warten Maja und Maxi schon ungeduldig auf Schnee! Mit schnellen Schritten machen sie sich auf den Weg bergaufwärts. Sie beeilen sich so sehr, dass ihre Eltern fast nicht nachkommen. Der Weg ist steil, und Maja und Maxi sind ganz schön außer Puste, als sie endlich auf dem Bergrücken stehen. Aber das stört sie nicht. Papa hat nämlich recht gehabt. Hier oben liegt Schnee. Eine dünne, zarte Decke. Man kann keine Schneebälle daraus formen, aber es knirscht so schön unter den Füßen.
„Juchhu!“, ruft Maxi seinen Eltern entgegen. „Schnee!“
Seine Eltern aber sagen erst einmal gar nichts. Sie pusten und keuchen.
„Ihr habt aber ein Tempo!“, japst Mama, und Papa stöhnt:
„Ein alter Mann ist doch kein D-Zug!“
Da müssen Maja und Maxi lachen. So macht ein Waldspaziergang Spaß! Und lachend stampfen und toben sie zu viert über die knirschende Schneekruste.
Auf einmal aber bekommt Maxi einen Riesenschrecken: Heute ist doch Silvester! Da dürfen sie nicht zu spät nach Hause kommen!
„Wir müssen los!“, sagt Papa da auch schon. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“
Stimmt. Der Weg ist weit. Maxi wird müde und müder, und als sie endlich zum Parkplatz kommen, ist er so müde, dass ihm die Augen zufallen.
„Ich döse nur mal ein bisschen“, murmelt er und kuschelt sich auf dem Rücksitz zurecht, „damit ich fit bin für heute Abend.“
Und schon schläft er ein.
Maxi schläft während der Heimfahrt und als Papa ihn ins Haus trägt, er schläft während des Abendessens und er verschläft den ganzen Silvesterabend. Ja, sogar vom Feuerwerk um Mitternacht kriegt er nichts mit. Als er aber im neuen Jahr frühmorgens aufwacht, ist ihm, als hätte er sich gerade einmal für fünf Minuten ausgeruht.
Verwundert öffnet Maxi die Augen. Heute ist doch Silvester! Schnell saust er ins Wohnzimmer, doch da ist niemand. In der Küche aber steht eine leere Sektflasche.
Maxi wundert sich. Ist Silvester schon vorbei? Haben die etwa ohne ihn gefeiert? Gemein! Enttäuscht blickt er aus dem Fenster. Es wird langsam hell. Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel.
„Es schneit!“, ruft Maxi. „Juchhu! Schnee! Endlich Schnee!“
Und er freut sich bärig darauf, endlich den Schlitten, der schon so lange ‚arbeitslos‘ herumsteht, aus dem Keller holen zu können. Was bedeutet dagegen schon eine verschlafene Silvesterfeier?

© Elke Bräunling

Die kurze Fassung dieser Geschichte findest du hier: Max und der Silvesterschnee