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Das Glücksschwein

Auf der Ladentheke gleich neben der Kasse der Bäckerei Huber standen an den Tagen vor Silvester viele Reihen frisch geformter Glücksschweine aus Marzipan mit einem Kleeblatt im Mund.
Eines dieser Schweine schien etwas aus der Art geraten zu sein. Es war größer als seine Kollegen, denn Bäcker Huber hatte beim Formen noch etwas Marzipan übrig gehabt. Na ja, hatte er gedacht, möge dieses Schwein irgendeinem armen Teufel besonders viel Glück im neuen Jahr bringen.
Das besondere Glücksschwein war mächtig stolz.
“Wer mich kauft”, tönte es laut vor seinen Kollegen. “Wird ein ganzes Jahr nur Glück haben. Ach, was sage ich. Ein ganzes Jahrhundert. Jawohl!”
“Oder sogar ein ganzes Jahrtausend?”, spottete eines der anderen Schweine.
“Mindestens”, sagte das Glücksschwein und es begann, mit hoch erhobenem Kopf und vor Stolz geschwellter Brust vor den anderen Schweinen auf der Theke auf- und abzutrippeln.
Weil es aber seinen Kopf gar so hoch reckte, stolperte es über seine eigenen Füße und fiel, plumps, auf den Boden.
Dort lag es nun in viele Teile zerbrochen, mit einem schiefen, gar nicht mehr stolzen Grinsen im Gesicht. Während es sich noch wunderte, kam ein Hund von der Straße in die Bäckerei geflitzt und fraß die Marzipanreste rutzeputz auf.
Da lachten die anderen Schweine, und eines sagte:
“Jaja, so ist das mit dem Glück! Wenn man nicht ganz genau darauf aufpasst, kann es leicht zerbrechen.”

© Elke Bräunling

Glückssymbole für das neue Jahr

Als gute Segenwünsche für das neue Jahr schenken die Menschen einander gerne Glücksboten. Das sind Gebildbrote (=Gebäck), Glücksfiguren aus Marzipan, Schokolade, Holz, Porzellan u.a. Materialien. Oft werden auch Glückskleetöpfchen verschenkt.
Was aber bedeuten all diese Glückssymbole?
Das Glücksschwein erinnert an den wilden Eber, der unter den Germanen heilig war und bis heute Glücksbringer geblieben ist.
Eine Glücksschuppe vom Neujahrskarpfen oder anderen Fischen legt man sich gerne in den Geldbeutel, denn er bedeutet Glück und die Vermehrung des Geldes.
Ein vierblättrige Kleeblatt soll Glück bringen, weil es durch seine seltenen vier Blätter Glück und Heil vervielfacht.
Weil früher die Menschen glaubten, dass Eisen besondere Kräfte habe, wurde auch das Hufeisen zum Glücksbringer. Hängt man es so auf, dass es sich nach oben oder außen öffnet, so empfängt man das Glück sozusagen mit offenen Armen. Zeigt die Hufeisenöffnung nach unten oder innen, so soll das Hufeisen das Glück direkt ins Haus leiten.
Vielerorts werden Neujahrsbrezeln verschenkt. Sie symbolisieren mit ihren Brezelknoten, dass sie helfen werden, das Glück festzuhalten.
Noch viele andere Glückssymbole gibt es, z.B. das Sonnenbrot, ein Gebäck, das einer Sonne ähnelt und dem Beschenkten Sonnenschein und vor allem viel Sonne im Herzen wünscht.
© Elke Bräunling

aus:
Opas Adventskalender – 31 Adventskalendergeschichten

Taschenbuch: Opas Adventskalender: 31 Adventskalendergeschichten
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