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Die Weihnachtswichtel vom Hellerwald

Hinten im Hellerwald bei der großen Distelwiese lebten die Waldwichtel Joki, Jon und Jakob. Gemeinsam mit ihrer Freundin Tilla, der kleinen Hexe, führten sie ein schönes Wichtelleben. Dennoch wollten sie auch zu gerne einmal die kleine Stadt am Rande des Waldes besuchen. Sehnsüchtig starrten sie immer wieder in die Ferne, wo die Menschenhäuser standen und die Menschenkinder lebten.
Die Menschen kannten die vier Freunde gut. Oft waren sie ihnen im Wald begegnet. Manchmal machten auch welche auf ihrer Wiese Rast. Dann hatten Joki, Jon und Jakob einen Riesenspaß, diese Fremden zu belauschen. Alles wollten sie von ihnen wissen: wie sie dachten, wie sie fühlten, was ihnen Spaß machte und was sie ärgerte. Und bald hatten sie vieles von den Menschen, die so viele verschiedene Gesichter hatten, kennen gelernt.
„Die Menschen sind schon komische Wesen“, sagte die kleine Hexe Tilla manchmal, und Joki, Jon und Jakob nickten zustimmend.
“Jaja”, kicherten sie. “Wahnsinnig komisch.”
Wann sie zum ersten Mal von Weihnachten gehört hatten, wusste keiner mehr. Vergessen aber konnten sie dieses Wort nicht. Weihnachten, das klang schön! Viel wussten die vier Waldfreunde nicht über dieses ´Weihnachten´, nur dass es im Winter war, dass es Kerzenlicht gab, Musik, Naschereien und dass sich die Menschenkinder riesig darauf freuten.
“Wir wollen auch Weihnachten haben”, sagte Joki eines Tages. Seine Wichtelfreunde Jon und Jakob nickten zustimmend, und je mehr sie darüber nachdachten, desto schöner stellten sie es sich vor. Und so spitzten sie noch mehr die Ohren. Alles wollte sie über dieses Fest wissen. Und es gab einiges, was sie aufschnappten: Da waren Männer, die ´Weihnachts´-Bäume fällten, Kinder, die Tannenzapfen für die ´Weihnachts´-Krippe sammelten, und die Waldtiere freuten sich auf ihre ´Weihnachts´-Fütterung. Eines Tages dann hörten sie, dass es auch Weihnachtswichtel gab. Die hatten die Aufgabe, Kindern zur Weihnachtszeit heimlich eine Freude zu bereiten.
Joki, Jon und Jakob freuten sich riesenwichtelmäßig darüber. Kindern eine Freude machen? Nichts lieber als das!
„Juchhu, wir haben etwas mit Weihnachten zu tun“, jubelten sie, und sie beschlossen, als Weihnachtswichtel in die Stadt zu gehen.
“Es ist unsere wichtelmäßige Aufgabe, Weihnachten zu machen”, sagte Jakob und tat sehr wichtig dabei.
“Und ich?”, fragte Tilla. “Gibt es auch Weihnachtshexen?”
“Ganz bestimmt”, sagte Jon großzügig. “Oder wie sonst, glaubst du, sollen die Waldwichtel in die Städte kommen? Du musst uns auf deinem Hexenbesen zu den Kindern fliegen.”
“Au fein!” Tilla freute sich, und am nächsten Tag machten sie sich gemeinsam auf den Weg in die kleine Stadt.
Ja, und was dann passierte, ist eine Geschichte für sich. Komisch war nur, dass sich in jenen Tagen viele Bewohner der Stadt mächtig wunderten, weil urplötzlich und klammheimlich kleine Päckchen, die so ein winziges Bisschen nach Wald rochen, vor ihren Haustüren lagen.

© Elke Bräunling

Eine Kurzfassung dieser Geschichte findest du hier: Psst! Weihnachtswichtel

aus:
Opas Adventskalender – 31 Adventskalendergeschichten
Taschenbuch: Opas Adventskalender: 31 Adventskalendergeschichten
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