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Als der Schneekönig verschlafen hatte

Mia blickt in den Winterhimmel. Wann schneit es endlich?
„Bring Schnee!“, ruft sie zu der dicken Wolke hinauf.
„Geht nicht“, hallt es zurück und ein Männlein, das einem kleinen Schneemann ähnelt, hüpft von der Wolke und landet vor Mia.
„Willi Schnifix mein Name“, sagt es mit einer Verbeugung. „Ich bin ein Ururgroßnachneffe des Schneekönigs.“
„Es gibt keinen Schneekönig“, sagt Mia. „Schon gar nicht gibt es kleine Männlein, die von Wolken hüpfen.“
„Hihi“, kichert Willi Schnifix. „Mich soll´s nicht geben? Ha! Da zwick mich doch gleich einer am Bauch! Siehst du? Aua! Das tut weh! Huhu! Du siehst, mich gibt es. Hab ich doch gleich gesagt. Und überhaupt, wie kann…“
Das Männlein redet und redet und scheint gar nicht mehr aufzuhören.
Mia lacht. “Okay! Okay! Und was willst du mir jetzt erzählen, du komischer Ururgroßnachneffe?”
Jetzt blickt das Männlein traurig drein. “I-i-ich brauche deine Hilfe”, stammelt es. “In Not bin ich. Nein, das heißt, nicht ich, sondern der Schneekönig ist´s, der in der Patsche sitzt.”
“Der Schneekönig?” Mia wundert sich. “Es gibt keinen Schneekönig. Sieh dich um: Es gibt nicht einmal Schnee.”
Das Männlein seufzt. ”Das ist ja das Problem. Der Schneekönig hält noch immer Winterschlaf. Wenn kein Wunder geschieht, fällt der Schneewinter in diesem Jahr aus.“
„Was für ein Wunder muss denn geschehen?“, fragt Mia.
Das Männlein sieht Mia bittend an. „Komm mit! Sag du dem Schneekönig, dass Winter ist und dass alle auf ihn warten! Bitte. Es eilt.“
„Aber wo finde ich den Schneekönig?“, fragt Mia ratlos.
„Nichts leichter als das.“
Willi Schnifix gibt Mias Schaukel einen Schubs, die schaukelt los, hoch und höher himmelwärts, und Mia und das Schneemännlein fliegen weit nach Norden. Spannend ist das.
„Wo wohnt denn der Schneekönig?“, fragt Mia aufgeregt.
„In einer Wolke direkt über dem Nordpol”, antwortet Willi Schnifix. “Und da sind wir auch schon.“
Die Schaukel landet auf einer Wolke vor einem verschneiten Schloss mit hell erleuchteten Fenstern. Neugierig linst Mia durch die Fenster. Wirklich, da liegt der Schneekönig auf einem dicken Kissen und schnarcht.
„Längst müsste er unterwegs sein“, quengelt das Schneemännlein.
„Stimmt“, sagt Mia und klopft ans Fenster. Sie muss sehr laut klopfen, bis der Schneekönig endlich ein Auge öffnet. Er reckt sich, gähnt und öffnet die Tür.
„Hallo!“, staunt er. „Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“
„Ich möchte dich abholen, Schneekönig“, sagt Mia. „Es ist Winter, und die Menschen warten auf dich.”
„Hm. Warum?“, wundert sich der Schneekönig.
“Es ist Winter!”, ruft Willi Schnifix laut.
“Alle Kinder warten auf dich”, brüllt Mia noch lauter.
“Winter? Kinder?”, fragt der Schneekönig. ”Aber warum schreit ihr so laut? Ich bin doch nicht taub!”
Er streckt prüfend die Nase aus dem Fenster, schnuppert und sagt: “Ihr habt Recht. Ich rieche Schnee. Rasch, geht mir aus dem Wege! Ich habe es eilig.”
Und ehe sich Mia und Willi Schnifix versehen, braust der Schneekönig mit lautem Getöse an ihnen vorbei und jagt südwärts über den Himmel.
“Wow!” Mia muss vor lauter Staunen blinzeln und auf einmal sitzt sie wieder im Garten auf ihrer Schaukel. Hat sie den Besuch beim Schneekönig nur geträumt? Und wo ist Willi Schnifix? Mia sieht sich um. Dann schnuppert sie. Es riecht nach Schnee.
Sie blickt zum Himmel. Erste Schneeflocken wirbeln durch die Luft.
„Es schneit“, jubelt Mia. „Juchhu! Der Schneekönig ist da.”
Sie springt auf und geht in den Keller, den Schlitten holen. Wie schön! Endlich Schnee…

© Elke Bräunling

Auch hier will der Winter nicht kommen:
Schneeflockengeflüster
Als der Schneekönig verschlafen hatte
Als Frau Holle Winterschlaf machte
Kristanella und das Wintergewitter
Die kleine Waldmaus kann nicht schlafen
Die kleine Schneeflocke und die Haselblüte
Der Schneemaler und der Mond


Frau Holle streikt, ganz ganz wundervoll erzählt von unserem allerliebsten Lieblingssprecher Aart Veder