„Mama, mir ist so langweilig!“
Basti setzt sich an den Küchentisch und schaut seiner Mutter zu, die das Mittagessen vorbereitet.
„Spiel doch mit deinen Weihnachtsgeschenken“, schlägt Mama vor und schneidet eine Zwiebel in feine Würfel, heute soll es Bratkartoffeln geben. Das ist genau das richtige Essen nach den vielen Festtagsmenues.
„Das macht aber allein keinen Spaß“, antwortet Basti. „Kann ich mich mit Kevin verabreden?“
Die Mutter schüttelt entschieden den Kopf.
„Nein, ich möchte gern zwischen den Feiertagen meine Ruhe haben, es war so viel los hier in den letzten Tagen.“
„Ich könnte doch zu ihm gehen!“
„Nein, Kevins Eltern sind sicher auch froh, wenn sie ihre Ruhe haben.“
Basti zieht eine Schnute, seine Mutter weint – wegen des Zwiebelsaftes.
Da schellt das Telefon.
„Gehst du mal ran?“, bittet Mama.
„Keine Lust!“, mault Basti. Mama ist verärgert, wischt aber ihre Hände schnell in der Schürze ab und nimmt den Anruf an.
Es ist Kevins Mutter, die fragt, ob Basti nicht zu ihnen kommen will, weil Kevin so gern mit ihm spielen möchte.
„Den ganzen Morgen geht er mir schon auf die Nerven“, klagt sie und dann lachen beide Mütter herzlich.
„Na, dann schicke ich Basti mal rüber. Er wird sich freuen!“
Basti strahlt über das ganze Gesicht , manche Probleme erledigen sich von selbst, stellt er fest und drückt seiner Mama einen dicken Schmatz auf die Wange.

Was nützen denn die schönsten Weihnachtsgeschenke, wenn man sie niemandem zeigen kann?

(c) Regina Meier zu Verl