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Die Weihnachtskatze

Ich habe ganz heimlich durchs Fenster geschaut,
im Zimmer erschien mir gar alles vertraut.
Die Menschen, die Bilder, der Kerzenlichtschein,
wie gern wollte ich eine von ihnen sein.

Sie sangen und lachten, sie herzten und küssten,
und plötzlich sah’n alle, als ob sie es wüssten
zum Fenster hin. Hatten sie mich entdeckt?
Schnell hab ich mich hinter der Hecke versteckt.

Wie ein Dieb in der Nacht, so fühlte ich mich,
als ich leise zum nächsten Fensterchen schlich.
Die Pfoten, sie schmerzten, mein Bäuchlein war leer,
wo bekam ich denn nur was Essbares her?

Vor Erschöpfung schlief ich dann im Hauseingang ein
und träumte von Hühnchen und Braten und Wein,
als mir plötzlich eine Hand zärtlich über’s Fell strich.
Komm rein, kleine Katze, hier ist Platz für dich.

Man schuf mir ein Plätzchen ganz nah beim Kamin
und stellte ein Schälchen mit Futter mir hin.
Glücklich war ich und ich schnurrte ganz leise
eine Katzendankeschön-Weihnachtsweise.

© Regina Meier zu Verl

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