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Wichtelüberraschungen

Nach dem Umzug fühlt sich Robin in der neuen Klasse sehr alleine. Ob er hier bald Freunde finden würde? Und während Frau Starke an der Tafel eine Rechenaufgabe erklärt, fängt auch Robin an zu rechnen: 17 Kinder sitzen hier. Und Frau Starke. Und bis zu den Weihnachtsferien sind es noch genau 18 Tage.
„Passt“, murmelt Robin. Dann schmiedet er einen tollen Plan. Nein, eigentlich sind es 18 tolle kleine Pläne und damit geht er am Nachmittag in den Buchladen. Den hat Papa von Onkel Klaus geerbt und dort arbeitet er nun auch.
„Hilfst du mir?“, fragt er Papa.
„Aber klar“, sagt Papa. „Womit kann ich dienen, mein Herr?“
Robin lacht. Dann fängt er an zu erklären: „Wegen dem Buchladen sind wir doch umgezogen und ich muss in die neue Schule gehen. Und dort gibt es keine Weihnachtswichtel.“
„Wie schade“, meint Papa. „Erzähle deinen Klassenkameraden einfach von den Wichtelgeschenken aus deiner alten Schule!“
Robin seufzt. „Hmm!“
Da begreift Papa und Robin erzählt ihm von seiner Wichtelidee.
„Prima!“, sagt Papa. „Das machen wir!“
Den Rest des Tages verbringt Robin im Hinterzimmer des Buchladens. Viele Bücher liegen dort. Bücher, die Papa nicht verkaufen kann, weil sie Fehler haben oder weil ein Kunde sie umgetauscht hat. Aber verschenken, findet Robin, kann man sie noch ganz prima. Buchstaben und Worte nämlich haben keine Fehler. Und für jeden in der Klasse wählt Robin ein ganz besonderes Buch aus. Mira, die so viel von ihrer Katze erzählt, bekommt einen Katzenkrimi. Für Florian, den grausigen Nebelgeist, wählt er ein Geistergruselbuch. Marie, die Fußballerin, bekommt ein Buch über eine Fußballbande. Und Kai freut sich bestimmt über das Piratenbuch. Hat er doch neulich gesagt, dass er Pirat werden will. Für jeden in der Klasse findet Robin das richtige Buch, denn er hat in der Schule gut aufgepasst und seine Klassenkameraden schon ein wenig kennen gelernt. Auch für Frau Starke, die oft von ihrem Rosengarten erzählt, findet sich ein passendes Wichtelbuch. Ein Buch über Rosen. Klar.
In den nächsten Tagen vor Weihnachten wundern sich alle in der Klasse jeden Tag ein bisschen mehr. Jeden Tag nämlich liegt vor einem anderen Platz ein bunt verpacktes Päckchen und darauf steht: „Freuen ist schön! Liebe Grüße, dein Weihnachtswichtel.“
Und Freuen, ja, das tun sich alle in der Klasse. Und sie staunen auch und rätseln. Wer dieser geheimnisvolle Wichtel sein mochte? Ob sie es je erraten würden?
Nun, am letzten Tag vor den Ferien lag ein Wichtelgeschenk auf Robins Platz.
„Stimmt“, steht auf dem Päckchen, auf das ein Lachgesicht gemalt ist. „Freuen ist superschön.“
Robin staunt und als er aufblickt, sieht er 18 Augenpaare, die auf ihn schauen, und 18 Lachgesichter, die ihn anlachen. Und Robin, der lacht zurück. Dann packt er vorsichtig sein Wichtelgeschenk aus. Es ist ein … Halt! Psst! Das wird nicht verraten.

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest Du in dem Erzählband „Oma und ich und die Weihnachtszeit“ von Regina Meier zu Verl und Elke Bräunling


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