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Das Weihnachtszauberlicht
Ein Traumbesuch beim Weihnachtsmann und den Polarlichtern am Tag der Wintersonnwende

Es wird schon früh dunkel, doch der Himmel ist sternenklar. Pia und Pit sitzen am Fenster und betrachten das Sternengefunkel. Sie sind ein wenig aufgeregt. Bald nämlich ist Heiligabend, und die beiden können es nicht mehr erwarten.
Pia seufzt. ”Eigentlich müsste der Weihnachtsmann längst unterwegs sein. Wenn er auf der ganzen Welt die Kinder besuchen will, ist das doch eine weite Reise, oder?”
”Stimmt”, sagt Pit. ”Bestimmt reitet er auf seinem Schlitten längst über den Himmel.” Er reckt den Hals und schaut angestrengt in den Nordhimmel. ”Ein bisschen heller ist es da”, meint er.
”Bestimmt packt der Weihnachtsmann gerade seinen Schlitten?”, überlegt Pia. Sie geht in Papas Arbeitszimmer und holt das große Fernglas. ”Vielleicht sehen wir nun den Weihnachtsmann?”
Pit lacht, doch dann schaut auch er wie gebannt durch das Glas in den Nordhimmel.
Es wird kalt, und plötzlich stehen Pia und Pit vor einem verschneiten Haus inmitten einer fröhlichen Wichtelschar. Und kommt da nicht auch der Weihnachtsmann durch den Schnee gestapft?
Die Kinder reiben sich die Augen. Ja, er ist es.
”Schön, dass ihr mich heute besucht”, sagt der Weihnachtsmann da auch schon und seine Augenfältchen lachen. ”Der Schlitten ist gepackt. Nun fehlt nur noch das Weihnachtszauberlicht.”
”Was für ein Licht?”, fragt Pia.
”Lasst euch überraschen”, sagt der Weihnachtsmann.
Ein Wichtel eilt herbei. „Weihnachtsmann! Wir sind bereit!“
„Auf! Auf! Los! Los!“, meckern weitere Wichtelstimmen. „Es ist so weit!“
Und ehe der Weihnachtsmann etwas sagen kann, machen sich die Wichtel auf den Weg. In einer langen Reihe stampfen sie einer hinter dem anderen durch den tiefen Schnee bergan.
„Wohin gehen sie?“, fragt Pit.
„Zum Bärenhöhlenfelsen!“, erklärt der Weihnachtsmann.
„Oh!“, staunt Pia. „Gibt es da Bären?“
„Nein, nein! Der große Zauberer lebt dort. Er leiht den Wichteln heute, am Tag der scheidenden Sonne, seinen großen Zauberkessel. Den stellen die Wichtel auf einen Holzstapel in den Schnee, und wenn die letzten Strahlen der Wintersonne aufblitzen, entzündet sich mit der Kraft des Zaubers ein riesiges Feuer, dessen Schein so hell erstrahlt, dass man es am ganzen Nordhimmel funkeln sieht. Polarlicht nennen es die Menschen. Für mich aber ist dieses Licht das Zeichen zum Aufbruch. Nun muss ich mich sputen, um pünktlich zum Weihnachtsfest bei den Kindern zu sein.“
„Toll!“ Andächtig starren Pia und Pit zum Himmel.
Da! Ein Flimmern! Es wird hell und heller, und wie von Zauberhand blitzt auf einmal ein Lichtstreifen am Winterhimmel auf.
„Das Polarlicht! Hurra! Es ist da!“, freuen sich Pia und Pit.
Der Weihnachtsmann aber blickt nicht ganz so glücklich drein.
„Nun muss ich mein gemütliches Heim verlassen und auf die Reise um die Welt gehen! Viele Kinder warten auf mich. Ach, und ich habe immer Angst, ich könnte ein Kind vergessen.“
Der Weihnachtsmann stöhnt ein wenig. „Was für ein Stress!“
Pia und Pit lachen. ”Pass auf, dass du uns nicht vergisst!”, sagt Pit.
Da lächelt der Weihnachtsmann. ”Undenkbar wäre das. Doch nun muss ich los. Auf Wiedersehen und bis bald!”
”Ja, bis bald!”, ruft Pit dem Weihnachtsmann, der bereits im Schlitten Platz nimmt, hinterher.
Und Pia sagt leise: ”Bis ganz bald, bitte. Warten ist nämlich sooo gemein.”
”Was ist gemein?”, hören die beiden da Mamas Stimme fragen.
Mama? Wo kommt sie denn her? Wie aus einem Traum erwachend sehen sie Mama, die mit einem Teller Weihnachtsplätzchen ins Zimmer kommt, entgegen.
”Wir haben das Winter-Weihnachts-Zauberlicht gesehen“, sagt Pit.
”Und den Weihnachtsmann!”, fügt Pia hinzu.
”Ich verstehe.” Mama lächelt. ”Ihr hattet einen Weihnachtstraum?”
”Nein.” Pia reicht Mama das Fernglas. ”Sieh selbst! Ganz hell ist der Himmel im Norden, und das heißt, dass der Weihnachtsmann bald kommt.”
Na ja, so recht glauben kann Mama nicht, was Pia und Pit erzählen, doch es stimmt, im Norden leuchtet der Himmel heute wirklich etwas heller.

© Elke Bräunling


Im Weihnachtswichtelland