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Der traurige kleine Stern und das Wunder

Der kleine Stern war traurig. Während seine Sternenfreunde am Himmel miteinander um die Wette funkelten, spähte er immer wieder zur Erde hinab. Was er dort sah, brachte ihn zum Weinen. Dieses Elend überall! Wie konnte er sein helles Funkellicht dem Himmel schenken, wenn es unten auf der Erde an manchen Orten so düster und trübe zuging? Wie konnte er fröhlich sein und strahlend glänzen, wenn ihm schwer ums Herz zumute war und er mit den Tränen kämpfte?
„Ich bin anders als die anderen Sterne“, sagte er. „Mein Licht möchte ich jenen schenken, die im Dunkel der Sorgen durchs Leben gehen. Die traurig sind, arm, krank, verletzt oder heimatlos. Sie, ja, sie brauchen mein Licht mehr als der weite Himmel in all seiner Pracht.“
Sein Blick fiel auf eine Stadt in einem großes, hellen Land. Von allen Seiten suchten Menschen ihren Weg in diese Stadt. Er sah er einen Mann und eine Frau. Auch sie waren Reisende und sie schienen arm zu sein. Die Frau erwartete ein Kind. Müde schleppten sie sich durch die Straßen, aber da war niemand, der sie aufnahm. An allen Türen wurden sie abgewiesen, denn es gab keine Zimmer mehr für arme Reisende. Als sich das junge Paar schließlich am Rande der Stadt in einem dunklen Stall zum Schlaf legte, zerbrach es dem kleinen Stern fast das Herz vor Kummer.
„Licht soll Hoffnung bringen“, murmelte er. „Wenn doch nur ein Wunder geschähe!“
Er schloss die Augen. Wie gerne wäre er in dem Stall bei diesen armen Leuten.
Auf einmal wurde es warm um ihn herum. Der kleine Stern blinzelte. Helles Licht strahlte ihm entgegen und von irgendwoher sang es.
„Wo bin ich?“, murmelte er. „Was ist geschehen?“
Er hörte ein leises Weinen. Dann sah er das Kind. Es lag in einer Krippe.
„Das ist doch der alte Stall!“, murmelte er. „Wie hell es hier ist. Und der Mann und die Frau. Wie glücklich sie sich über die Krippe beugen und dem Kind zulächeln.“
Der kleine Stern war erleichtert. Er fühlte, wie alles in ihm lachte.
„Die Hoffnung“, jubelte er. „Sie ist da.“
Er warf noch einen liebevollen Blick auf das Kind, die Frau und den Mann, flüsterte „Danke“ und beeilte sich, wieder an seinen Platz am Himmel zurückzukehren.

© Elke Bräunling

In einer etwas anderen und längeren Fassung kannst du diese Geschichte hier lesen: Der kleine Sternenengel und die Hoffnung

Diese Geschichte ist erschienen in dem neuen Buch: OMAS ADVENTSGESCHICHTEN 

Omas Adventsgeschichten
Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kinder

50 Geschichten, Märchen und Gedichte zur Advents- und Weihnachtszeit für Kinder, Eltern und Großeltern
Von der Adventszeit, der beliebtesten Zeit im Jahr, erzählen die Geschichten und Märchen in diesem Erzählband. Geschichten von Adventskalendern und Adventskerzen, von Lichterglanz und Tannengrün, vom Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann, von Engeln und Sternen, von Überraschungen, Gefühlen, Geheimnissen und Zaubereien, von spannenden und aufregenden Tagen und dem Warten aufs Christkind, von Weihnachtsbäumen und Weihnachtsfesten, von Wünschen, Erlebnissen und Erinnerungen. Die Tage vor Weihnachten sind aufregend schöne, besinnliche, verzauberte Tage. Weihnachtszeit ist Märchenzeit.

Empfohlen für Kinder, Familie, Kindergarten, Vorschule, Grundschule. Die Geschichten sind darüber hinaus erprobt in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen.

Taschenbuch: Omas Adventsgeschichten: Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kinder 
Ebook mobi: Omas Adventsgeschichten: Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kinder 
Ebook epub: Omas Adventsgeschichten: Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kinder 

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