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Der sprechende Adventskalender

Wie ein Bär sieht Pits Adventskalender aus. Im Bauch dieses Adventskalenderbären klappert es.
Pit ist neugierig. Er öffnet das erste Türchen und findet ein Gummibärchen. Es schmeckt nach Honig. Wie lecker! Nun hat Pit einen Appetit auf Gummibärchen, die nach Honig schmecken. Er öffnet das zweite, das dritte, vierte, das zehnte, das zwanzigste und das letzte Türchen. Lauter honiggelbe Gummibärchen sind im Bauch des Bären versteckt und die isst Pit nun alle auf.
„Du bist gar nicht so übel, du Kalenderbär“, sagt er und grinst.
Und Bär grinst zurück. Pit sieht es genau. Und noch etwas sieht er. Einen Adventskalender mit vierundzwanzig leeren Türchen.
„Jetzt habe ich keinen Adventskalender mehr. Was bin ich blöd!“ Pit kämpft mit den Tränen.
„Nicht weinen!“, brummt es da. „Kindertränen tun weh.”
Pit linst zu dem Bären hinüber. „Hast du da eben gesprochen?“
„Wer sonst?“, brummt der Bär. „Und nun mach bitte die Türen in meinem Bauch wieder zu! Es zieht.“
„Und du bist mir nicht böse wegen der Gummibärchen?“, fragt Pit.
„Böse?“, lacht der Bär. „Nein. Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dass du die alle aufgegessen hast. Sie lagen mir nämlich etwas schwer im Magen.“
Da muss Pit auch lachen. „Jetzt habe ich ein dummes Gefühl im Bauch. Es stimmt. Sie fühlen sich ganz schön schwer an.“
Dann fällt ihm die Sache mit den vierundzwanzig Türchen wieder ein und er seufzt. „Nun habe ich keinen Adventskalender mehr.“
„Du hast mich“, sagt der Bär. „Wir können uns jeden Tag eine Weile unterhalten. Das ist doch auch ganz nett, oder?“
„Und wie!“ Pit freut sich. „Das ist sogar netter als 1001 Gummibärchen und mehr. Wer hat schon einen Adventsbären, mit dem er sich unterhalten kann?“
Und während Pit vorsichtig die vierundzwanzig Türchen wieder zudrückt, zwinkern sich die beiden zu, Pit und der Adventsbär aus Pappe.

© Elke Bräunling

Die lange Fassung dieser Geschichte findest du hier: Der Adventskalenderbär