Schlagwörter

, , , , ,

Als der kleine Stern den Weihnachtsmarkt besuchte

Neugierig blickte der kleine Stern zur Erde. Mancherorts war es sehr hell trotz der dunklen Winterzeit.
„Es ist Weihnachtszeit“, erklärte ihm Wolkenmaler Petronius.
„Diese Zeit möchte ich mir genauer ansehen“, sagte der kleine Stern.
Petronius aber schüttelte den Kopf. „Dein Platz ist am Himmel.“
Der kleine Stern aber war neugierig und am nächsten Wolkentag versteckte er sich in Petronius’ Wolkenschlitten hinter einer Kufe.
Schnell sauste der Schlitten über den Himmel. So schnell, dass sich der kleine Stern nicht lange festhalten konnte. Und – plumps – fiel er vom Himmel.
„Hilfe!“, rief der kleine Stern. „Ich falle!“
Er fiel und fiel und beinahe wäre er mitten in den bunten Weihnachtsmarkttrubel einer kleinen Stadt gepurzelt. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich an der Spitze der großen Weihnachtsmarkttanne festhalten.
Was für eine Aufregung! Der kleine Stern zitterte ein bisschen.
„Seht mal! Unsere Weihnachtstanne hat Besuch bekommen“, hörte er da eine Kinderstimme rufen. „Ein Sternchen!”
„Oh! Schön!“
„Kommt alle her!“
„Weihnachten ist in unsere Stadt gekommen!“
„Aah!“
„Schöön!“
Laut ging es auf einmal unter der Weihnachtstanne zu.
Der kleine Stern erschrak noch mehr. Er spähte zum Boden und blickte in viele Menschenaugen. Die strahlten vor Freude. Da vergaß er seine Angst und blinkerte den Menschen mit kleinen Sternenblitzen zu.
„Ein Weihnachtswunder!“, staunten die Leute, und ein Kind rief:
„Er lacht, der Stern!“
Dann begann es zu singen, und alle Leute stimmten mit ein:
 „Oh du fröhliche, oh du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit…“
Das freute den kleinen Stern so sehr, dass er heller und heller leuchtete.
Die Leute sangen noch viele Lieder. Auf einmal aber senkte sich eine Wolke über den Platz und Petronius rief dem kleinen Stern zu: „Es wird Zeit zur Rückkehr.“
„Schade“, sagte der kleine Stern, dann hüpfte er zu Petronius hinüber.
Langsam zogen die Beiden auf ihrer Wolke himmelwärts. Den Gesang der Menschen konnten sie noch lange hören.

© Elke Bräunling

Die längere Originalfassung dieser Geschichte findest du hier: Der kleine Stern und das Weihnachtswunder