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Als die Wintersonne ein wenig zauberte

„Schnee, wann kommst du?“, fragte das Kind. Es saß am Fenster und schaute sehnsüchtig in den Himmel. Die Sonne hatte die trüben Regenwolken der letzten Tage vertrieben. Warm und satt und hell strahlte sie vom Himmel herab.
„Ich mag dich, Sonne!“ Das Kind winkte der Sonne zu. „Besonders im Frühling und im Sommer und im Herbst.“
„Und im Winter?“, fragte die Sonne.
Das Kind zögerte. „Schnee wäre schön“, meinte es schließlich. „Schnee ist toll. Er macht die Welt weiß. Man kann Ski fahren und rodeln, eine Schneeballschlacht machen oder einen Schneemann bauen.“ Es überlegte und fügte hinzu: „Eis ist auch toll. Zum Schlittschuhlaufen und Eiszapfengucken, ja, das wünsche ich mir auch.“
„Hm.“ Die Sonne strahlte nun weniger hell. Sie war nämlich ein kleines bisschen traurig. „Magst du mich im Winter nicht leiden?“, fragte sie.
Das Kind erschrak. „Doch! Ja. Immer mag ich dich leiden.“ Es überlegte. „Nur“, meinte es dann vorsichtig, „Ich finde, du könntest im Winter noch schöner und heller strahlen. In Eis und Schnee nämlich. Mit Schneeflockensternchen und Eiszapfen könntest du funkeln wie viele tausend Lichtpünktchen und mehr.“
„Viele tausend Lichtpünktchen und mehr?“ Die Sonne lächelte. Sie mochte schlaue Kinder. „Das hast du schön gesagt. Doch nun muss ich nachdenken. Vielleicht findet sich eine Lösung, die uns beiden gefällt.“
Das Kind nickte. „Aber beeil dich! Ich habe nämlich jetzt Winterferien und gaaaanz viel Zeit und ich … Oooooh!“
Das Kind schwieg und staunte. Ganz schnell nämlich hatte die Sonne mit Eiskristallen eine kleine Eis-Sonne ans Fenster gemalt. Schön sah sie aus mit ihren vielen Eissternchen. Wie Diamanten funkelten und gleißten sie im Sonnenlicht so hell, dass das Kind gleich nach Papier und Malstiften suchte. Ein Glitzerfunkelsonnenbild wollte es malen. Es hatte ja auch gaaaanz viel Zeit…

© Elke Bräunling