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Für jeden einen Weihnachtsstrumpf

„Nun schneiden wir vorsichtig den Faden ab und vernähen ihn an der Spitze. Aber Achtung, mehrmals runter und rauf und wieder runter und rauf, damit er sich nicht lösen kann!“
Vier Damen und zwei Herren in der ‚Strickrunde für Senioren‘ hörten aufmerksam zu. Dann griffen sie zur Schere und machten genau das, was Frau Schröter angeordnet hatte. Voller Stolz präsentierten sie später dann den anderen Teilnehmern ihre erste selbst gestrickte Socke.
„Wunderschön sieht sie aus. Meine Kinder werden staunen“, freute sich Herr Lohmann, der Älteste in der Runde. „Jeder soll in diesem Jahr eine Socke zu Weihnachten bekommen.“
„Nur eine?“
Herr Lohmann nickte. „Da stecke ich dann ein kleines Geschenk hinein.“
„Oh, Herr Lohmann, was für eine bezaubernde Idee! Das mache ich auch!“, rief Luise Müller , die neben ihm saß. „Ich habe noch Wolle übrig. Die reicht sicherlich für drei weitere Socken.“ Sie nahm das Knäuel und machte sich gleich daran, eine weitere Socke auf das Nadelspiel aufzunehmen.
Auch die anderen Teilnehmer am Strickkurs waren begeistert. Gab es eine schönere Art, ein Geschenk zu verpacken? Nein. Und alle beschlossen, ebenfalls einzelne Socken zu stricken.
„Oh!“, jammerte Frau Scholz da plötzlich. Und noch einmal: „Oh!“
Die anderen sahen sie erstaunt an. 
„Was ist denn los?“, fragte Frau Schröter besorgt.
„Ich … ich schaffe das nicht. Es sind so viele“, klagte sie und begann, an ihren Fingern aufzuzählen.
Ja, es waren viele. Vier Kinder, vier Schwiegerkinder und neun Enkelkinder hatte sie, dann noch ihren Mann, ihre beiden Schwestern und eine alte Großtante. Es waren wirklich viele.
„Dann helfen wir eben alle mit!“, schlug Herr Lohmann vor. „Das schaffen wir! Gemeinsam geht es besser und außerdem macht es großen Spaß, in dieser Runde zu stricken und zu plauschen.“
Und so geschah es auch. Strumpf für Strumpf für Strumpf entstand, und wie es später dann mit den Füllungen weiter ging, ja, das war eine Geschichte für sich.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl