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Der Job des Weihnachtsmannes

Wie in jedem Jahr suchten die Krügers den besten Weihnachtsmann für ihr Fest. Wer würde diesen Job in diesem Jahr übernehmen und die Krügerkinder bescheren?
„Nein“, sagte Papa. „Ich stehe dieses Jahr nicht zur Verfügung.“
„Nein“, rief Opa Claus. „Ich bin ein schlechter Schauspieler.“
„Nein“, sagte auch Onkel Toni. „Ich bin dem Weihnachtsmann kein Bisschen ähnlich.“
„Ein Weihnachtsmuffel wie ich?“, wehrte Großonkel Hannes ab. „ Das ist nicht euer Ernst.“
„V-vielleicht“, stotterte Opa Bernhard. „A-aber d-das muss ich mir noch sehr gut überlegen und meine Rolle müsste ich auch einstudieren und … Oh, fragt mich nächstes Jahr wieder.“
Opa Bernhard also auch nicht.
„Wie wäre es mit einer Weihnachtsfrau?“, fragte Oma Annaluise. „Das könnte ich mir vorstellen und wenn ich …“
„Ha!“ Oma Erna fing an zu lachen. „Du als Weihnachtsfrau, Annaluise? Das glaubt dir doch keiner. Und überhaupt: Sagst du nicht immer, die Sache mit dem Weihnachtsmann missfiele dir? Weil an Weihnachten das Christkind kommt und sonst keiner. Ha!“
Oma Erna lachte und Oma Annaluise tupfte schnell zwei Tränen aus ihren Augenwinkeln. Sie war sehr empfindlich und fand, das solle auch jeder sehen.
„Dann geh du doch als Weihnachtsfrau!“, sagte sie mit weinerlicher Stimme.
Da lachte Oma Erna noch mehr und wenn Oma Erna erst einmal mit dem Lachen angefangen hatte, war ein Ende nicht abzusehen.
Und Großtante Inge und Tante Karin lachten gleich mit. Vorsorglich. Weil sie auch nicht Weihnachtsfrau sein wollten.
„Also wenn sich kein Freiwilliger meldet, müssen wir wieder zum Lostopf greifen“, stellte Mama fest. „Wie in den letzten Jahren auch.“
Da schmunzelte der Weihnachtsmann. Er saß in seinem Weihnachtsmannhaus gemütlich im Lehnstuhl, trank einen heißen Tee mit Rum und blickte durch sein Erdenfernrohr.
„Es ist doch immer dasselbe“, brummte er. „Wenn man nicht alles selbst macht!“

© Elke Bräunling

Die lange Fassung dieser Familiengeschichte findest du hier: Wer ist nun der Weihnachtsmann?